Ich will in der Schaubühne wohnen

Okay. Also Berlin war TOP. Allerdings gehen 2 Tage extrem schnell rum!

Kurz zu den gesehenen Stücken:

„Dämonen“ von Lars Norén. Oh ja. Das war gut! Erinnerte mit der Handlung von 2 Pärchen, die aufeinander treffen und nach und nach immer mehr ihre krassen Persönlichkeiten und vor allem Probleme miteinander raushängen lassen etwas an „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza.
Interessantes Bühnenbild, das den Zuschauer durch eine Drehbühne, auf der eine offene, leicht stilisierte Wohnung errichtet war, die verschiedenen Perspektiven auf das Geschehen gab. Zusätzlich gab es an einigen Stellen Projektionen auf die Wohnzimmerwände, die von raffiniert angebrachten Kameras aufgenommen wurden.
Die Schauspieler waren toll. Wie die untergründig brodelnden Wahrheiten der verschiedenen Charaktere mit der Zeit aus ihnen rausbrachen, war faszinierend zu beobachten. 
An zwei, drei Stellen im Stück gab es, wie ich finde, Längen, jedoch wurde der Zuschauer durch darauf folgende erneute Höhepunkte wieder in die Handlung zurück gerissen.

„Hedda Gabler“ von Henrik Ibsen war am Tag darauf etwas merkwürdig zu sehen, weil das Bühnenbild sehr ähnlich war. Wieder Drehbühne mit Wohnung drauf, wieder Projektionen (allerdings keine live aufgenommenen). Auch die Wohnungseinrichtung war wieder modern und gradlinig und mit viel Glas.
Für mich persönlich wurde in dem Stück irgendwie nicht genug deutlich, nach was genau und warum Hedda eine solche Sehnsucht hat, die sie schließlich dazu treibt, Eilert Lövborg zum Selbstmord überreden zu wollen und sich am Ende selbst das Leben zu nehmen. Ich weiß nicht, ob das am Schauspiel von Katharina Schüttler lag, oder an der Inszenierung oder an irgendeiner Unaufmerksamkeit meinerseits, aber so fehlte für mich irgendetwas an der ganzen Sache.
Das Ende hingegen fand ich fantastisch umgesetzt! Ich werde es jetzt nicht eingehender beschreiben, ich sage nur, dass es sarkastisch, tragisch, sehr berührend und gleichzeitig lustig war. Verdammt gute Mischung.
Alleine wegen diesem Ende werde ich mir das Stück irgendwann nochmal ansehen!

Naja. Meine erste Bewerbung bin ich jetzt auch losgeworden. Bei einigen Schulen muss man die Rollen, die man vorspricht, schon im Voraus angeben, das stresst mich ziemlich. 
100%ig sicher bin ich mir bisher nämlich nur bei Elisabet I, weil ich mich jetzt in der letzten Woche viel mit ihr beschäftigt habe und sie großartig finde!

Außerdem bin ich grade damit beschäftigt, mich nach einem Zimmer in Berlin umzusehen, damit ich wenigstens das nächste halbe Jahr (oder länger, je nachdem wann ich wo ein Studium anfangen kann) die ganzen Theater dort nutzen und am besten unendlich viele Stücke gucken kann. Gestaltet sich SEHR SCHWIERIG. Die meisten Leute bei WG-gesucht.de schreiben mir nicht mal ’ne Absage sondern melden sich einfach gar nicht. Ich dachte schon mein Mail Account wäre kaputt oder so, aber eine einzige Person hat sich dann doch gemeldet (absage) und hat die Theorie damit widerlegt. Super.
Hat einer von euch hier Tipps??

So und zum Abschluss eine Frage, an alle die sich angesprochen fühlen wollen:
Habt ihr die oben genannten Stücke vielleicht auch gesehen? Wie fandet ihr sie? Oder habt ihr vielleicht andere Stücke in der Schaubühne gesehen?
Freue mich immer über Austausch!

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