Vorsprechen Nr.1 rückt in greifbare Nähe…

Am 14.November ist also mein erstes Vorsprechen. Natürlich gleich mal die Ernst Busch, die ja ziemlich renommiert ist – und dann kommt man da auch noch hin, so völlig ohne jeweilige Vorsprech-Erfahrungen. Nur noch einen Monat hin und ich bin immer noch nicht fertig mit meinen Vorbereitungen. Die Monologe haben sich auch wieder verändert:
– Elisabeth I.
– Helena („Ein Sommernachtstraum)
– Lottchen beichtet 1 Geliebten
Was ich sonst noch zur derzeitigen Situation sagen kann: Ich. habe. Angst. 
Und Vorfreude.

Ich will in der Schaubühne wohnen

Okay. Also Berlin war TOP. Allerdings gehen 2 Tage extrem schnell rum!

Kurz zu den gesehenen Stücken:

„Dämonen“ von Lars Norén. Oh ja. Das war gut! Erinnerte mit der Handlung von 2 Pärchen, die aufeinander treffen und nach und nach immer mehr ihre krassen Persönlichkeiten und vor allem Probleme miteinander raushängen lassen etwas an „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza.
Interessantes Bühnenbild, das den Zuschauer durch eine Drehbühne, auf der eine offene, leicht stilisierte Wohnung errichtet war, die verschiedenen Perspektiven auf das Geschehen gab. Zusätzlich gab es an einigen Stellen Projektionen auf die Wohnzimmerwände, die von raffiniert angebrachten Kameras aufgenommen wurden.
Die Schauspieler waren toll. Wie die untergründig brodelnden Wahrheiten der verschiedenen Charaktere mit der Zeit aus ihnen rausbrachen, war faszinierend zu beobachten. 
An zwei, drei Stellen im Stück gab es, wie ich finde, Längen, jedoch wurde der Zuschauer durch darauf folgende erneute Höhepunkte wieder in die Handlung zurück gerissen.

„Hedda Gabler“ von Henrik Ibsen war am Tag darauf etwas merkwürdig zu sehen, weil das Bühnenbild sehr ähnlich war. Wieder Drehbühne mit Wohnung drauf, wieder Projektionen (allerdings keine live aufgenommenen). Auch die Wohnungseinrichtung war wieder modern und gradlinig und mit viel Glas.
Für mich persönlich wurde in dem Stück irgendwie nicht genug deutlich, nach was genau und warum Hedda eine solche Sehnsucht hat, die sie schließlich dazu treibt, Eilert Lövborg zum Selbstmord überreden zu wollen und sich am Ende selbst das Leben zu nehmen. Ich weiß nicht, ob das am Schauspiel von Katharina Schüttler lag, oder an der Inszenierung oder an irgendeiner Unaufmerksamkeit meinerseits, aber so fehlte für mich irgendetwas an der ganzen Sache.
Das Ende hingegen fand ich fantastisch umgesetzt! Ich werde es jetzt nicht eingehender beschreiben, ich sage nur, dass es sarkastisch, tragisch, sehr berührend und gleichzeitig lustig war. Verdammt gute Mischung.
Alleine wegen diesem Ende werde ich mir das Stück irgendwann nochmal ansehen!

Naja. Meine erste Bewerbung bin ich jetzt auch losgeworden. Bei einigen Schulen muss man die Rollen, die man vorspricht, schon im Voraus angeben, das stresst mich ziemlich. 
100%ig sicher bin ich mir bisher nämlich nur bei Elisabet I, weil ich mich jetzt in der letzten Woche viel mit ihr beschäftigt habe und sie großartig finde!

Außerdem bin ich grade damit beschäftigt, mich nach einem Zimmer in Berlin umzusehen, damit ich wenigstens das nächste halbe Jahr (oder länger, je nachdem wann ich wo ein Studium anfangen kann) die ganzen Theater dort nutzen und am besten unendlich viele Stücke gucken kann. Gestaltet sich SEHR SCHWIERIG. Die meisten Leute bei WG-gesucht.de schreiben mir nicht mal ’ne Absage sondern melden sich einfach gar nicht. Ich dachte schon mein Mail Account wäre kaputt oder so, aber eine einzige Person hat sich dann doch gemeldet (absage) und hat die Theorie damit widerlegt. Super.
Hat einer von euch hier Tipps??

So und zum Abschluss eine Frage, an alle die sich angesprochen fühlen wollen:
Habt ihr die oben genannten Stücke vielleicht auch gesehen? Wie fandet ihr sie? Oder habt ihr vielleicht andere Stücke in der Schaubühne gesehen?
Freue mich immer über Austausch!

Bewerbungen. Außerdem: Angst vor den Monologen.

Die erste Überweisung für die Eignungsprüfung (Ernst Busch) ist heute rausgegangen, das heißt: Morgen wird meine erste Bewerbung flügge!
Ich bin irgendwie aufgeregt deswegen. Ich habe das Gefühl, jetzt geht es tatsächlich los. Wenn die Bewerbung verschickt ist, dann gibt’s auch bald eine Einladung zum Vorsprechen und dann gibt es kein Zurück mehr. Denn sobald ich eine Einladung habe, MUSS ich den angegebenen Termin auch wahrnehmen, sonst gilt das als nicht bestanden. Und das sollte man sich nicht unbedingt leisten.
An den staatlichen Schauspielschulen darf man nämlich nur zwei Mal vorsprechen, wenn es dann nicht klappt, ist es vorbei.

Zu meinen Monologen: Ich habe mich eigentlich bereits für vier Monologe entschieden.

  • Orsina aus Emilia Galotti
  • Elisabeth aus Maria Stuart
  • Tonka aus Jagsdszenen aus Niederbayern
  • Big Eight aus einer Monologsammlung ohne dazugehöriges Stück

Die vier hatte ich mir irgendwie ausgesucht. Aber ich weiß auch nicht so wirklich. Ich hab irgendwie Angst. Die falschen Rollen zu wählen, die Rollen bescheuert vorzubereiten… Keine Ahnung. Ich lese grade auch nochmal Kasimir und Karoline und suche nach guten Passagen von Karoline, weil ich die Rolle eigentlich ganz gerne mag, vor allem gegen Ende des Stücks.

Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich – aber dann kehrt man zurück mit gebrochenen Flügeln und das Leben geht weiter, als wäre man nie dabei gewesen.

Ich finde das super. Mal sehen, ob ich da noch was für mich finde.
Und dann MUSS ich wirklich dringend loslegen mit der AKTIVEN Vorbereitung der Rollen. Ich komme damit irgendwie alleine nicht klar. Ich hab keine Ahnung, wie ich anfangen soll und wie ich diese Szenen interessant und neu „inszeniere“. Was dabei geht, und was an den Schulen eher unerwünscht ist.
Wahrscheinlich mache ich mir zu viele Sorgen und sollte es einfach so machen, wie ich es gut finde und wie ich daran Spaß habe, ohne so viel darauf zu gucken, dass ich es möglichst originell hinkriege.
Ich muss einfach anfangen.
EINFACH ANFANGEN!
Das kann doch nicht so schwer sein. Es können doch nicht alle solche Probleme damit haben – habt ihr Erfahrungen damit? Wie seid ihr das angegangen?